Auch kleine Wellen sollte man nicht ignorieren. Indonesische Weisheit
Cornelius Bormann hat in unserer gemeinsamen Kulturarbeit viele Wellen mit durchaus großer Wirkung geschlagen. Schon lange war er eine feste Größe im Erftstädter Kulturleben. Er trat für gemeinsame Ziele ein, war diskutierfreudig, immer bereichernd unbequem und zeigte großes Interesse an den Menschen, denen er persönlich oder in ihren Bereichen begegnete. Auch sein kulturelles Engagement in Erftstadt war geprägt von der Suche nach Begegnungen und dem Ziel, Verbindendes zu schaffen.
1963 heiratete Cornelius Heidi. 1965 begann Cornelius seine Karriere beim WDR zunächst im Kirchenfunk. Später war er als Korrespondent in Düsseldorf und im Bonner Parlament, Moderator der Tagesthemen und Auslandskorrespondent in Washington, Westafrika und Polen und Chefredakteur des WDR NRW tätig. Seit 1968 wohnen die beiden zunächst allein und später mit ihren Töchtern in Lechenich.
Cornelius beschäftigte sich intensiv mit jüdischem Leben in Erftstadt. 1992 erschien unter dem Titel ‚Heimat an der Erft – Die Landjuden in den Synagogengemeinden Gymnich, Friesheim und Lechenich‘ sein umfangreiches Buch, das die Lebensgeschichten der aus den Erftstädter Dörfern vertriebenen Juden nachzeichnete. Cornelius versuchte möglichst viele Überlebende aufzuspüren und mit ihnen zu sprechen. Mit seiner Erfahrung als Journalist und Autor ist es ihm gelungen, die einzelnen Lebenswege zu lesbaren und berührenden Geschichten zu verarbeiten. 2018 erschien die dritte und diesmal überarbeitete Neuauflage des Buches. Diese gekürzte Ausgabe gleicht eher einem GeschichtsLesebuch und gibt zusätzliche Informationen über jüdische Religion. Unter dem Titel ‚die Jüdischen Gemeinden als Teil der Geschichte Erftstadts‘ soll das Buch vor allem auch junge Menschen erreichen.
Cornelius´ Interesse für seine Mitmenschen hat er sich bis ins hohe Alter bewahrt. Das nächste große Projekt, das Cornelius maßgeblich vorangetrieben haben, war die Gründung des Vereins Kulturhaus Erftstadt. Ein Ziel des Vereins war es, einen Ort für Kultur einzurichten, in dem spannende Diskussionen stattfinden können, in dem Musik, Theater, Malerei erlebt werden kann. Ein Haus in dem etwas Neues entsteht, das Erftstadt und auch die freie Kulturszene der Stadt beim Zusammenwachsen helfen könnte.
Seine Ideen, sein Engagement und seine Kompetenz haben der Kulturszene Erftstadts wichtige Impulse gegeben. Cornelius als Vertreter des ‚Kulturhauses‘ war von Anfang an Teil der kult-IG. Hier fand er Leute, mit denen er gemeinsam Pläne schmieden konnte. 2021 erhielt er, zusammen mit Heidi Bormann, den Erftstädter Kulturpreis von kult-IG.
Immer wieder hat Cornelius Neues ausprobiert und angeschoben, mitgestaltet und begleitet. Cornelius ist in Lücken gestoßen, hat in Wunden gerührt und auf Defizite hingewiesen.
Seine Initiative, seine Beharrlichkeit und seine Neugier wird Erftstadt fehlen.
Cornelius Bormann ist am 19. März 2025 im Alter von 86 Jahren gestorben.
Kult-IG sagt Danke für Alles, was Cornelius für die Menschen Erftstadts geleistet hat!